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Scheppach HBS32 Vario Baujahr 1986 – Austausch Sägeblattführung – Umbauanleitung
Wir bedanken uns herzlich für die Arbeit von Herrn Werner Heidiri, der den Umbau seiner eigenen HBS 32 Bandsäge mit Bildern dokumentiert und die einzelnen Schritte des Umbaus zusammen mit wertvollen Tipps festgehalten hat. Wir sind sicher, dass dies für unsere zukünftigen Kunden eine große Hilfe sein wird.
Hier folgt der Bericht von Herrn Heidiri:
Eine kleine Vorgeschichte: Vor wenigen Jahren tauschte ich die ursprüngliche Sägeblattführung aus, Emp- fehlung „Originalersatzteile verwenden“ befolgt. Das hätte ich nicht zu sollen. Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen links mit Pfeil markiert meine alte Sägeblattführung neben der Drillkegelvariante, rechts das Originalersatzteil mit der abgeschliffenen Stützrolle.
Nach kurzer Zeit waren die Stützrollen der ausgetauschten Führungen ausgeschliffen, ebenfalls mit Pfeil markiert, Bild rechts. Mit etwas Internetrecherche stieß ich auf das Fremdfabrikat Drillkegel. Fremd ist aber nur die juristisch korrekte Bezeichnung, den Leuten bei Drillkegel scheint die Maschine und insbeson- dere die Aufgabe überhaupt nicht fremd zu sein. Jedenfalls hat mich die Produktbeschreibung auf der Drillkegel-Internetseite überzeugt. Kurzum, bestellt, per Überweisung bezahlt und alles in allem, also Geldlaufzeit und Päckchenzustellung nach einer Woche das Ersatzteil im Haus. Schon das Päckchen selbst läßt spüren: Kein Leichtgewicht. Das ist auch im übertragenen Sinn zu sehen, die Sägeblattführung mei- stert ihre Aufgabe in bester Weise.
Und jetzt? Die von einem Drillkegelkunden beschriebene Montageanleitung gelesen, mit dem Fazit: Oh je, das muß besser gehen, an die Arbeit. Zunächst bremst die Feststellung, die im Querschnitt quadratische Halterung der Originalführung und die runde Montagebuchse bei Drillkegel passen nicht aufeinander. Ei- nen passenden Rundstab einsetzen hätte zum Verlust der Justiermöglichkeit für den Andruck der hinteren Stützrolle geführt. Anstatt die eckigen Aufnahmelöcher an der Maschine aufzubohren, muß es doch eine Lösung geben, die alten Führungsträger verwenden zu können, so meine Vorstellung. Tatsächlich, das geht. Die von Drillkegel vorgesehen runden Montagebuchsen sind im Durchmesser etwas kleiner, als der Querschnitt der alten Scheppach-Halterungen. Kanten mit einer Feile brechen und schon paßt alt und neu zusammen. Das nachfolgend linke Bild zeigt die alte Halterung vor dem Kanten brechen neben der Drillke- gelführung mit runder Montagebuchse, im Bild rechts daneben die bearbeitete Halterung eingesteckt, noch nicht mit den Madenschrauben fixiert.
Jetzt wird’s ernst, alles funktionsfähig und sicher zusammen- und einbauen.
Mein Weg: Schutzgehäuse demontieren und die ursprüngliche Sägeblattführung, das Originalaustausch- teil sowie die Drillkegelführung fotografisch festhalten, siehe nachfolgende Bilder. Ordnung muß sein.
Die obere Führung einbauen, das ist sehr einfach. Den Sägeblattschutz demontieren, die Madenschraube der Blattführungshalterung lösen, die Justierschraube ganz herausdrehen und schon kann die Sägeblatt- führung abgezogen werden, siehe Bild in der Mitte (aufgenommen nach Endmontage). Die Drillkegelfüh- rung einstecken und fixieren, Madenschrauben an der Sägeblattführung handfest anziehen nicht verges- sen, damit sie auch fest mit der Halterung verbunden ist. Das rechte Bild zeigt die bereits montierten Füh- rungen, auch die untere.
Bis alles soweit ist, wird es nun etwas anspruchsvoller, als bei der oberen Führung. Zunächst gilt es, den Sägetisch zu entfernen. Hierzu die vier Halteschrauben lösen, nicht vollständig herausdrehen, sie sind auf den folgenden Bildern links und Mitte zu sehen und mit Pfeilen markiert. Die vordere linke (innere) Schraube ist hier vom Schutzgehäuse verdeckt, also nicht zu sehen. Nachdem die Schrauben locker sitzen, den Sägetisch etwas schräg stellen, jetzt spätestens die Tischeinlage entfernen, Bild rechts. Zur Demon- tage des Sägetisches lassen sich die Schrauben mit der Hand ohne Werkzeug leicht herausdrehen.
Die Montage der unteren Sägeblattführung geschieht analog wie oben beschrieben, einziger Unterschied: Das hintere Stützlager ist jetzt oben, die beiden Stützlagerrollen sind also immer näher am Sägewerk- stück, als die seitlichen Führungsrollen. Aber: Für das geniale Drillkegelwerkzeug ist die Aussparung im Sägetisch zu klein, das Stützrad kann sich nicht frei drehen und die Winkeleinstellung des Sägetisches funktioniert nicht mehr. Die nächste Aufgabe steht an, die Aussparung anpassen.
Mit Dremel ausschleifen? Ach was, in klassischer Handarbeit mit Feile. Aber Achtung, nicht die ganze Auf- lage für die Tischeinlage entfernen, Bedarf am Objekt messen. Ggf. in Schritten arbeiten, anfänglich lieber zu wenig Material abfeilen, statt zuviel, siehe die folgenden Bilder.
Fast geschafft, bei der Endmontage der Tischplatte bitte die Ausrichtung justieren, Winkel mit langem Schenkel anlegen, Platte ausrichten und erst dann fixieren, nachfolgendes Bild links. Damit alles funktio- niert muß nun noch die Tischeinlage eingesetzt werden, Original paßt aber nicht mehr. Letzter Schritt: Aus einem Stück Siebdruckplatte selbst herstellen, auf Maß aussägen und von unten Platz für die Stützrolle ausfräsen. Die HBS 32 Vario Baujahr 1986 läuft wieder wie neu.








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